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!01. April! Genehmigt dank 1:1-System: Auftaktrennen in Bad Breisig findet statt

*** LESESTOFF ZUM 01. APRIL ***

Überraschung im Westen: Der erste Lauf zur Sportkreis-Meisterschaft West der Klassen VG8/VG10 kann nun doch wie geplant am kommenden Wochenende, 04./05. April, stattfinden. Die ursprüngliche Absage aufgrund der Coronavirus-Krise wurde nach zahlreichen Verhandlungen mit dem Kreis Ahrweiler und mit dem deutschen RC-Car-Dachverband DMC aufgehoben. Allerdings gelten für den Saisonauftakt zahlreiche Auflagen.

Die für das Rhein-Ahr-Motodrom in Bad Breisig zuständige Kreisverwaltung in Bad Neuenahr-Ahrweiler stimmte den ungewöhnlichen Plänen des MCC Rhein-Ahr e.V. überraschend schnell zu. Wie Landrat Dr. Jürgen Pföhler verlauten ließ, folgt der Kreis der Devise, innovative Lösungen zu fördern und nicht zu behindern, vorausgesetzt, die behördlichen Beschränkungen werden eingehalten. Trotzdem drohte die Austragung des SMW #1 @ Bad Breisig zu scheitern, weil sich das Präsidium des DMC nicht zuständig fühlte und den unerwarteten Antrag des ungeliebten Sportkreises West an den Sportbundtag weiterleite. Der eilig einberufene Sonder-Sportbundtag scheiterte aber, für viele nicht überraschend, an der digitalen Umsetzung. Letztlich sprach DMC-Präsident Dirk Horn ein Machtwort und genehmigte den Antrag, sieht sich nun aber vehementen Rücktrittsforderungen aus dem Präsidium ausgesetzt.

„Man darf nie aufgeben. Das gilt in diesen schweren Zeiten mehr denn je“, äußerte Uwe Baldes, VG-Referent im SK West. „Wieder einmal nimmt der Sportkreis West eine Vorreiterrolle ein, und wir hoffen, dass dies eine Signalwirkung hat, nicht nur für unseren Sport.“ Auch Landrat Pföhler betrachtet die Austragung des RC-Car-Rennens in Bad Breisig als vielversprechendes Pilotprojekt, das auch auf andere Sportarten übertragen werden kann, auch auf die Fußball-Bundesliga. DFL-Sprecher Christian Seifert und auch Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge haben bereits angekündigt, das Rennen intensiv zu verfolgen und schlossen eine Übernahme des Austragungsmodus nicht aus.

Basis der Sondergenehmigung ist das 1:1-Prinzip. Es werden also immer nur zwei Fahrer gegeneinander antreten, die Auswertung erfolgt nach dem K.o.-System, der Sieger steigt in die nächste Runde auf. Alle Rennen gehen über sieben Minuten, Tankstopps werden also erforderlich sein. In den Halbfinals wird über 12 Minuten gefahren, das Finale sogar über 20 Minuten. Die Vorbereitungszeit beträgt 120 Sekunden, die Wechselzeit 60 Sekunden.

Die beiden Fahrer stehen auf dem Fahrerstand jeweils voneinander getrennt, einer im Bereich, der eigentlich für den Schiedsrichter abgetrennt ist, der andere im normalen Bereich des Fahrerstandes. Somit werden die strengen Auflagen der Kontaktsperre vorschriftsmäßig eingehalten.

Die Rennen werden ohne Streckenposten gefahren, jeder Fahrer muss bei einem Ausrutscher seinen Nitro-Racer selbst einsetzen. Dabei gilt: Solange ein Fahrer vom Fahrerstand auf die Strecke oder in die Boxengasse gegangen ist, darf der zweite Fahrer den Fahrerstand nicht verlassen. Auch für Boxenstopps und Tankstopps gilt diese Regelung. Fährt ein Teilnehmer an die Box, geht die eigens installierte Boxenampel auf Rot. Durch diese Regelung ist auch die Taktik von besonderer Bedeutung.

Auch im abgesperrten Fahrerlager wird die Kontaktsperre innovativ umgesetzt. Erst wenn die beiden Fahrer, die das nächste Rennen bestreiten, zum Fahrerstand gehen, dürfen die beiden nächsten Fahrer das Fahrerlager betreten und ihre Sportgeräte vorbereiten. Alle anderen Teilnehmer halten sie in der offiziellen Wartezone in ihren Fahrzeugen auf. Sie werden per WhatsApp aufgerufen, wenn sie das Fahrerlager betreten dürfen.

Rennleiter ist wie geplant Reinhard Treutler. Er wird die Rennen allerdings nicht wie gewohnt vom Streckenrand verfolgen, sondern am heimischen Großbildfernseher, auf dem ihm das Geschehen im Splitscreen mit Bildern von fünf in den vergangenen Tagen eilig montierten Webcams angezeigt wird. Via Internet ist Treutler mit dem Audio-System verbunden, so dass seine Ansagen und ggf. auch Strafen an der Strecke laut und deutlich hörbar sind. „Ich finde das eine gute Lösung. Die angeschaffte Technik stellen wir anschließend auch gerne anderen Vereinen für einen angemessenen Mietbetrag zur Verfügung“, so der MCC-Vorsitzende.

Während Treutler zuhause in Sinzig sitzt, verweilt Zeitnehmer Thomas Staab im heimischen Bergheim. Mittels TeamViewer ist er mit dem Rechenzentrum an der Strecke verbunden, natürlich auch mit dem Audio-System. „Es wird niemand merken, dass ich gar nicht vor Ort bin“, so ‚Stäbchen‘. Für die Auswertung des ungewöhnlichen Rennmodus ist die Schweizer Software Race-Control-Management (RCM) mit dem Reedy-Race-Modus bereits bestens gerüstet.

Auch eine Technische Abnahme wird es geben. Im TA-Bereich hinter dem Fahrerstand wurde eine spezielle Webcam installiert. Die beiden Fahrer eines Rennen stellen ihr Chassis nach dem Rennen nacheinander unter diese Webcam, über die TA-Chef Thorsten Förster aus dem heimischen Wipperfürth mittels manueller Focus-Option der Webcam die Technik bis ins kleinste Teil kontrollieren und mittels Endoskope selbst in Brennraum, Krümmer und Resorohr hineinschauen kann. Das Auslitern des Tanks und das Wiegen nimmt der jeweilige Fahrer vor, beobachtet vom digitalen Auge.

Auch auf die stets außergewöhnliche Verpflegung des MCC Rhein-Ahr müssen die Teilnehmer nicht verzichten. Die Küchen-Crew um Heike Treutler und Sandra Staab wird wieder zahlreiche Speisen anbieten, die als Take-away angeboten werden, allerdings nur unter Verwendung von eigenem Geschirr, einer Auflage der Kreisbehörde. Bezahlt wird selbstverständlich bargeldlos per PayPal und erstmals auch per Apple Pay.

All jene, die zuhause bleiben müssen, können das Rennen live und in Farbe am heimischen Smart-TV verfolgen. Sowohl das Livetiming als auch die diversen Kameras – inklusiv der Spezial-Kamera der TA – können in verschiedenen YouTube-Kanälen live verfolgt werden.

Die Nennung via myrcm.nitro-west.de ist bereits wieder geöffnet, Nennschluss ist am Freitag, 03. April 2020, um 12:00 Uhr. Der Zeitplan, der am Samstagvormittag zunächst ein kurzes Training im 1:1-Format vorsieht, ehe ausnahmsweise schon am Samstag um 12:00 Uhr die ersten Rennläufe beginnen, wird am Freitagnachmittag veröffentlicht.

Auch Petrus hat seine volle Unterstützung zu diesem Pilotprojekt zugesagt. Für Samstag sind 15 Grad bei neun Sonnenstunden vorhergesagt, am Sonntag sogar 19 Grad bei über 12 Sonnenstunden.

Nächster Event

Nitro-West-Masters #2
@ Velp (NLD)

Sa/So, 18./19. Mai

Ausschreibung
Schutz gegen Corona
Nennung
Teilnehmer
myRCM.nitro-west.de
EVMC Velp

VG West Family Fund

Link zur Spenden-Anktion

Stand 03.06.2020: 

2.350,00 €

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