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EM VG10: Österreicher Huber Europameister - Wischnewski Fünfter vor Kröber

Der neue Europameister (A) VG10 heißt Manuel Huber, und die deutsche Fahne hielten im Finale im Mini-Autodromo "L.Collari" im italienischen Cassino Dirk Wischnewski als Fünfter und Rico Kröber als Sechster hoch. Den Österreicher Manuel Huber, Elfter nach den Vorläufen, hatte wohl niemand wirklich auf dem Zettel, doch der Xray-Pilot setzte sich im Finale über 45 Minuten gegen die favorisierten Jilles Groskamp und Alessio Mazzeo durch, er siegte mit 171 Runden. Mit einer Runde Rückstand, in Wirklichkeit aber keine vier Sekunden zurück, fuhr der Italiener Mario Spiniello ebenfalls mit Xray auf den zweiten Platz. Das Besonsdere: Spiniello kam vom 31. Vorlaufrang, wurde im Achtelfinale Dritter hinter Toni Gruber, gewann das Viertelfinale vor Kröber und Ronald Völker und wurde im Halbfinale Dritter hinter Groskamp und Mazzeo, vor Wischnewski und Huber. Der frischgebackene Elektro-Tourenwagen-Weltmeister Gilles Groskamp (NL/Capricorn), der mit seinem Capricorn die ganze Woche über als Einziger die Dominanz der Italiener durchbrechen konnte, startete von der Pole-Position und kletterte nach 169 Runden als Dritter auf das Siegerpodest.

Hinter dem italeinischen Serpent-Piloten Alessio Masseo (167 Rd.), dem Vorlaufschnellsten, fuhr das deutsche Xray-Duo Dirk Wischnewski und Rico Kröber auf die Plätze fünf und sechs. Wischnewski, vor einem Jahr in Ettlingen Vize-Europameister hinter Robert Pietsch und in Cassino einziger Deutscher nach den Vorläufen unter den zehn Besten, legte wie Mazzeo 167 Runden zurück. Rico Kröber, nach den Vorläufen auf Rang 21, umrundete diese tolle Strecke 162 Mal. Aus deutscher Sicht waren die Plätze fünf und sechs von Wischnewski und Kröber eindeutig Lichtblicke in einer an Enttäuschungen und Frustrationen reichen Woche in Cassino, zwischen Rom und Neapel gelegen. Gerade die Finals sorgten für manch langes Gesicht. Für Titelverteidiger Robert Pietsch (Mugen) endete die EM bereits im Viertelfinale durch einen unglücklichen Crash mit Toni Gruber (Serpent). Der amtierende Deutsche Meister Michael Salven (Serpent) landete unter 102 Teilnehmern auf einem ungewöhnlichem wie desaströsem 90. Schlussrang.

Das Finalergebnis:

01. Manuel Huber (AT) Xray / Novarossi / ZAC - 171 Runden
02. Mario Spiniello (IT) Xray / Novarossi / Hotrace - 170
03. Jilles Groskamp (NL) Capricorn / Maxima / Hotrace - 169
04. Alessio Mazzeo (IT) Serpent / Max / Enneti -167
05. Dirk Wischnewski (DE) Xray / Orcan / Matrix - 167
09. Rico Kröber (DE) Xray / Orcan / Matrix - 162
07. Martin Hudy (SK) Xray / Max / Matrix - 161
08. Dino Giacalone (IT) Xray / Sirio / Matrix - 157
09. Giuseppe D'Angelo (IT) Xray / Gimar / Enneti - 95
10. Daniele Ielasi (IT) Shepherd / Sonic-IDM / Matrix - 82

Xray, mit Abstand die meistgefahrene Marke bei dieser EM, feierte einen Doppelsieg, ebenso Novarossi. Im Finale waren fünf Italiener vertreten, fast schon wenig mit Blick auf die italienische Dominanz unter der Woche. Und am Ende reicht es wie schon bei der EM (A) VG8 vor drei Wochen in Portugal, als Weltmeister Robert Pietsch den EM-Titel vom Rekord-Weltmeister Lamberto Collari zurückeroberte, wieder nicht für einen Titel für die Italiener, selbst vor heimischer Kulisse nicht.

Die Platzierungen der weiteren deutschen Teilnehmer:

14. Ronald Völker (DE) Shepherd / LRP / Matrix
26. Patrick Nähr (DE) Shepherd / Sonic / Matrix
29. Eric Dankel (DE) Capricorn / Novarossi / Capricorn
31. Robert Pietsch (DE) Mugen / Novarossi / Contact
32. Toni Gruber (DE) Serpent / Xceed /Xceed
36. Patrick Schäfer (DE) Shepherd / Sonic / Matrix
54. René Püpke (DE) Serpent / Xceed / Xceed
70. Bernd Rausch (DE) Kyosho / Team Orion / ATS
84. Klaus Lechner (DE/CH) Serpent / Picco / Hotrace
90. Michael Salven (DE) Serpent / Xceed / Xceed

Die Final-Chronologie der Deutschen:

1/2 A: Mit bemerkenswerten 78 Runden gewinnt Jilles Groskamp diese 20-MInuten-Hatz bei Temperaturen um 40 Grad. Dabei hat der niederländische Capricorn-Pilot wie schon in den Vorläufen einen Nachteil beim Tanken, seine Tankrunden liegen nur zwischen 21,2 und 23,0 Sekunden. Zum Vergleich dazu Dirk Wischnewski, dessen Tankrunden - dank seines flinken Mechanikers Bertram Kessler - allesamt zwischen 20,6 und 21,0 Sekunden liegen. Xray-Pilot Wischnewski fährt konstant schnell, wenn auch nie unter 15 Sekunden, und sichert sich mit 77 Runden und Rang vier die Finalteilnahme, ebenso wie auch der Vorlaufschnellste Alessio Mazzeo und Mario Spinelli, jeweils mit 77 Runden auf den Plätzen zwei und drei. Und es reicht auch für Manuel Huber mit 77 Runden auf Rang fünf und Rico Kröber, als Neunter gestartet, mit 76 Runden aber der besseren Laufzeit auf Rang sechs für den Aufstieg. Mit 75 Runden landet Ronald Völker nur auf dem achten Rang. Der Shepherd-Pilot verliert schon in der Startrunde zehn Sekunden und später noch einmal 30 Sekunden, damit sind die durchaus realistischen Aufstiegshoffnungen dahin.

1/2 B: Nach 77 Runden gewinnt Giuseppe D'Angelo mit Rundenvorsprung auf Martin Hudy, Dino Giacalone und Daniele Ielasi. Auch Domenico Calce und der längere Zeit führende Dario Balestri legen 76 Runden zurück, auf Grund der schlechteren Zeit reichen die Plätze fünf und sechs nicht zum Aufstieg.

1//4 A: Deutsches Drama: Toni Gruber kippt, sein Auto rollt über die Gerade - und Robert Pietsch trifft mit seinem Mugen den Serpent bei Vollgas, das Aus für beide, für Pietsch nach 21 Runden und 6.02 Minuten auf Rang acht und Gruber nach 19 Runden in 5.11 Minuten auf Rang neun.. Aber auch Eric Dankel (Capricorn) geht es kaum besser, denn er muss zunächst eine Stop&Go-Strafe wegen Frühstarts antreten, kämpft sich aber wieder auf P3 vor, um dann nach dem Tankstopp mit einem defekten Lenkservo auszuscheiden - Platz sechs nach 29 Runden in 7.39. Fünf Deutsche sind in diesem Viertelfinale, am Ende schaffen immerhin zwei den Aufstieg, aber auch die beiden nicht ohne Schreckmomente: Ronald Völker bringt seinen Shepherd nach 75 Runden auf Rang dreiins Ziel und steigt auf, obwohl sein Motor einmal beim Tankstopp abstirbt. Rico Kröber (Xray) muss noch in der Vorbereitungszeit einen Querlenker hinten oben wechseln und schafft es gerade noch in die Startaufstellung, um am Ende nach 76 Runden Zweiter zu werden. Ausgeschieden sind in diesem Subfinale auch die beiden einzigen HotBodies-Piloten Andy Moore (England) als Vierter und Teemu Leino (Finnland) als Fünfter.

1/4 B: Für Patrick Nähr (Shepherd) ist nach gut acht Minuten Feierabend, er landet auf Platz sieben.

1/8 A: Toni Gruber (Serpent) zeigt auf der L.Collari-Strecke von Cassino wie schon bei der EM (B) VG8, als er sogar das Finale erreichte, eine eindrucksvolle Leistung und fährt in 20 Minuten 76 Runden. Damit wird er hinter Teemu Leino (HotBodies) rundengleich Zweiter und steigt auf. Dabei läßt er auch Alexander Hagberg (Schweden/Xray) als Vierten und den Cassino-Rundenrekord-Inhaber Biagio Spataro (Italien/Xray) auf Rang sieben hinter sich.

1/8 B: Für Patrick Schäfer (Shepherd) reichen 75 Runden nur zu Platz fünf, somit ist auch der Shepherd-Boss aus dem Rennen.

1/16 A: René Püpke (Serpent) fährt 73 Runden in 19.29 Minuten, das reicht aber nur für Platz sieben. Auch die fehlenden 30 Sekunden hätten wohl nicht zum Aufstieg gereicht. In diesem Finale scheidet auch der ehemalige Deutsche Meister Teemu Saarinen (Finnland/Mugen) als Neunter aus.

1/32 A: Bernd Rausch (Kyosho) ist gut unterwegs, bis sich eine Biene unter seinem Shirt verirrt und sich letztlich auch noch ein Frontreifen auflöst - Ausfall nach knapp 17 Minuten und 61 Runden auf Platz fünf.

1/64 A: Lechner schafft dieses Mal nur 70 Runden in 20 Minuten und scheidet als Achter aus. Noch schlimmer erwischt es Michael Salven (Serpent), der nach 21 Runden und siebeneinmal Minuten mit Motorproblemen ausfällt und nur Rasng zehn belegt.

1/128 A: Der mit Schweizer Lizenz fahrende Klaus Lechner (Serpent) gewinnt mit 73 Runden und steigt auf.

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