News / Rennen

SM VG10/KWC: Toennessen gewinnt Regenschlacht hauchdünn vor Rausch

Das niederländische Velp war für die Nitro-Racer aus dem Westen eine Reise wert, und dies auch trotz des verregneten Renntages. Am Ende verzeichnete die Sportkreis-Meisterschaft West VG10 mit Daniel Toennessen den dritten Sieger im dritten Lauf. Der Mugen-Pilot konnte das Kyosho-Aushängeschild Bernd Rausch gerade einmal um eine Sekunde hinter sich halten. Der dritte Podiumsrang ging an das aufstrebende Jung-Talent Melvin Diekmann, der neuerdings auf KM setzt. Überaus bemerkenswert, dass in der KWC/HC10-Klasse alle gemeldeten Piloten sich auch vom Regen nicht aufhalten ließen. Es siegte der junge Marvin Schumann vor Old-Boy Werner Vogel und Matthias de Keyser, dem dieser Erfolg mit einem Fahrzeug aus der GP-Sport gelang. Vollends ins Wasser fiel dagegen die VG8, ohne Belohnung in Form von Punkten wollte niemand dieses nasse Freundschaftsrennen bestreiten.

Perfekter Trainingstag für die 44 Teilnehmer

44 Nennungen waren für den dritten SM-Lauf – der erste Nitro-SM-Lauf seit 2005 in Velp - eingegangen, 24 für die VG10 sowie je zehn für KWC/HC10 und VG8. Es war ein stattliches Teilnehmerfeld, über das sich Rennleiter Heinz Kroezemann vom ausrichtenden MAC Walsum ebenso freute wie auch das gastgebende Ehepaar Westphal vom EVMC Velp. Die Piloten genossen den Trainingstag am Samstag in vollen Zügen und hatten bei jeder Runde sichtlichen Spaß auf der 260 Meter langen EVMC-Bahn. „Die Strecke kannte ich ja noch gar nicht, die macht total Spaß“, so VG8-Pilot Thilo-Alexander Tödtmann. Und auch VG10-Fahrer Claus Nauth äußerte stellvertretend: „Diese Bahn lässt sich richtig gut fahren, echt klasse.“ Die äußeren Bedingungen waren top, die Stimmung glänzend – und jeder hoffte, dass das Wetter auch am Sonntag mitspielen würde. Doch am Ende half es auch nicht, dass der eine oder andere noch einen zusätzlichen Teller aus der niederländischen Küche des EVMC verspeiste, der Regen war nicht aufzuhalten. Als die ersten Teilnehmer, die abends wieder in den Westen Deutschlands zurückgefahren waren, am Sonntagmorgen die Grenze Richtung Arnheim passierten, fielen die ersten Tropfen, und die Himmelsschleusen sollten an diesem Tag praktisch fortwährend geöffnet bleiben.

Im Vordergrund stand naturgemäß die VG10. Es ging um Meisterschaftspunkte, um die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft in Munster – und vielmehr noch ging es um Prestige, um die Ehre. René Püpke hatte den ersten Lauf in Dormagen gewonnen, Michael Salven den zweiten in Düren, und jedes Mal war Bernd Rausch derjenige gewesen, der dem Rennen seinen Stempel aufgedrückt hatte und am Ende doch nicht den Siegerpokal mit nach Hause nehmen konnte. Sollte es auch in Velp so kommen? Immerhin sorgte der Regen für andere Rahmenbedingungen.

VG10-Pole an Fleischer vor Salven und Rausch

Auf trockener Piste am Samstag war es wieder einmal eng zwischen dem Serpent-Trio Salven, Püpke und Lehmann, der Kyosho-Speerspitze Rausch sowie den Mugen-Frontkämpfern Daniel Toennessen, Dieter Fleischer und Sebastian Bürge zugegangen, während Xray-Frontrunner Andreas Weyhoven am Samstag fehlte. Mit der besten Zeit des Tages wurde jedoch ein anderer gestoppt, der erstmals in diesem Jahr am Start war und erstmals seit der Weltmeisterschaft 2010 in Houston/Texas in der VG10 antrat: Jörg Baldes, von Mugen zu Serpent gewechselt, kam mit seinem Xceed-angetriebenen 747 auf Anhieb sehr gut zurecht. Auch er freute sich auf einen trockenen Renntag, beließ es aber dann im Regen letztlich bei vier Runden mit dem alten MTX4.

Immerhin gingen schon im ersten Vorlauf die ersten Piloten auf die nasse Piste, es wurde also nicht taktiert, ob es vielleicht doch noch abtrocknen würde. Vielmehr war die Gefahr groß, dass es noch mehr regnen würde. Rausch fuhr sofort 13 Runden, führte nach dem ersten Durchgang vor Georg Göhlich (KM) mit zwölf und Arndt Bernhardt (Serpent) mit elf Runden. Im zweiten Durchgang setzte Dieter Fleischer mit 13 Runden eine neue Bestmarke, Melvin Diekmann gesellte sich mit zwölf Runden zur Spitzengruppe, wiederholte die zwölf Runden auch im dritten Vorlauf. Hektisch wurde es vor dem vierten Durchgang bei Andreas Weyhoven, der sich plötzlich doch zum Start entschloss und im selten gesehenen Laufschritt sein Material vom Parkplatz ins Fahrerlager beförderte, dann gerade rechtzeitig zu seiner Vorlaufgruppe startbereit war. Zwölf Runden fuhr er mit seinem NT1, ebenso wie Daniel Tonnessen.

Die Pole-Position ging an Dieter Fleischer, der mit seinem Mugen/RB wie auch Salven und Rausch 13 Runden auf nassem Terrain schaffte, dabei aber acht Sekunden schneller als Salven und 16 Sekunden schneller als Rausch war. Mit zwölf Runden folgten Weyhoven, Wolfgang Feldges (Xray), Göhlich, Diekmann, Toennessen und Bernhardt, Benny Lehmann komplettierte die Top10 mit zehn Runden.

Bemerkenswert war die Vorstellung von Georg Göhlich. Der Routinier trotzte in jedem Lauf dem Regen und spulte gleich dreimal zwölf Runden ab. Insgesamt gingen 17 der 24 gemeldeten VG10-Spezialisten auf das nasse Geläuf und wollten oder konnten auch die geringste Punkteausbeute nicht missen.

VG10-Finale: Rausch dominiert, Toennessen gewinnt

Auch nach der Mittagspause wurde das Wetter nicht besser. Regenjacken und Schirme blieben an der Tagesordnung, vor allem bei all den tapferen Streckenposten. Nur zwei Fahrer traten zum Halbfinale B an, das der amtierende Deutsche Meister Salven mit nur vier Runden vor Daniel Toennessen mit nur zwei Runden für sich entschied. Im Halbfinale A waren immerhin fünf Piloten am Start. Melvin Diekmann siegte mit 13 Runden in neuneinhalb Minuten vor Rausch, Göhlich, Fähd Labik (KM) und Bernhardt. Keiner der Fahrer ging über die volle Zeit.

Sieben Fahrer waren also im Halbfinale gestartet und somit auch für das Finale qualifiziert. Das bereitete allerdings Zeitnehmer Uwe Baldes einige Sorgenfalten, denn diese Situation, dass weniger Fahrer als vorgesehen aufsteigen, kannte die Software einfach nicht – und dieser Fehler zog prompt einen weiteren Fehler nach sich. Das war auch der Grund dafür, dass es letztlich erst nach Eingriffen des Programmierers am Dienstag nach dem Rennen ein korrektes Endergebnis gab.

Von den sieben Qualifizierten trat Arndt Bernhardt mit seinem Serpent nicht mehr zum auf 20 Minuten verkürzten Finale an, der Motor wollte partout nicht mehr anspringen. Michael Salven hatte nach neun Runden Feierabend, als sein Lenkservo den Dienst quittierte. Die restlichen Fünf sahen dann doch die Zielflagge des erfahrenen Rennleiters Heinz Kroezemann. Die vielen tapferen Regenrunden von Georg Göhlich wurden nicht mit einem Podestrang belohnt, mit 32 Runden kam er als Fünfter ins Ziel. Fünf Runden mehr absolvierte Fähd Labik, der Vierter wurde. 43 Runden drehte der junge Melvin Diekmann, der damit auf das Siegerpodest klettern durfte und mit einer starken Leistung auf sich aufmerksam machte. Den Sieg selbst allerdings, den hatte stets Bernd Rausch vor Augen. Ab der sechsten Runde führte das „Kölsche Original“ mit seinem Kyosho R4 mit Team-Orion-Power das Feld an, aber eben nur bis zur 44. Runde. Da nutzte Daniel Toennessen bei seinem zweiten Einsatz mit dem Mugen MTX5, angetrieben von Novarossi, seine Chance und ging in Führung, um nur zwei Runden später als Sieger abgewinkt zu werden, hauchdünne 1,065 Sekunden vor Rausch, der auf den letzten beiden Runden noch einmal alles probierte, um doch noch den ersten Saisonsieg einzufahren. Es reichte wieder nicht. „Dann eben in Hamm“, meinte „Mr. Sunshine“ mit Blick auf den vierten Saisonlauf, während Toennessen überglücklich den Siegerpokal in die Höhe reckte – beim Gruppenfoto übrigens auf abtrocknender Piste, ehe die nächste Regenschauer niederprasselte.

Trotz des entgangenen Sieges hatte Bernd Rausch keinen Grund unzufrieden zu sein. Schließlich liegt er mit 353 Punkten an der Tabellenspitze, gefolgt vom vorgerückten Daniel Toennessen (349), Andreas Weyhoven (348), René Püpke (344) und dem punktgleichen Benny Lehmann auf den Plätzen zwei bis fünf. Oder in Marken ausgedrückt: Kyosho vor Mugen, Xray und zweimal Serpent bzw. Team Orion vor Novarossi, Orcan und zweimal Xceed. Michael Salven (340), Arndt Bernhardt (331) und Georg Göhlich (330) belegen die Positionen sechs bis acht, Dieter Fleischer (328)und Fähd Labik (321) komplettieren den Kreis der zehn Punktbesten. Insgesamt 38 Fahrer haben bisher Punkte zur Sportkreis-Meisterschaft West VG10 eingefahren. Davon benötigen jedoch noch 15 Fahrer ein weiteres Resultat, um die Grundvoraussetzung für die DM-Teilnahme zu erfüllen.

KWC/HC10: Höchste Fairness und Freude als Muster-Beispiel

Ein Muster an Sportlichkeit und Fairness, aber auch an Spaß an der Freud selbst im Regen, lieferten die Piloten aus dem KWC West und dem HC10 West. Alle zehn Fahrer gingen an den Start, keiner ließ sich vom Regen die Lust am Fahren verderben. Und eines gilt es besonders hervorzuheben: Bei den KWC/HC10-Piloten bedarf es nicht eines einzigen Aufrufes, den Helferposten zu besetzen. Egal, wie heftig der Regen niederprasselte, sie standen auf ihren Posten, um anderen zu helfen. Daran sollten sich alle anderen RC-Car-Piloten ein Beispiel nehmen.

Die Pole-Position ging an den Senior, der gerade auf diesem schwierigen Terrain seine Erfahrung voll ausspielte. Werner Vogel schaffte wie auch die Besten der VG10 immerhin 13 Runden. Das bedeutete für ihn Startplatz eins für den Endlauf, vor Marvin Schumann mit zwölf sowie Guido Burghartz und Carsten Diekmann mit jeweils elf Runden. Der dritte Rang von Guido Burghartz stellte sogleich eine erste Überraschung dar, denn schließlich ist es keineswegs alltäglich, dass ein Fahrer aus der GP-Sport mit einem Kyosho FW-05, angetrieben vom Kyosho-Motor mit Anreißstarter, so weit vorne zu finden ist.

Das Finale über 20 Minuten avancierte zur Regenschlacht, in der man mit einem ferngesteuerten Boot vermutlich im Vorteil gewesen wäre. Werner Vogel konnte sich nur zwei Runden über die Führung freuen, dann übernahm der Jugendliche Marvin Schumann die Spitze. Es blieb bis zur Zielflagge beim Generationen-Duell, das letztlich Schumann mit 47 Runden für sich entschied, Vogel belegte mit knapp zwei Runden Rückstand Rang zwei. Und auf dem dritten Podestrang landete prompt der erste GP-Sport-Starter, nämlich Matthias de Keyser, der mit dem viertplatzierten Guido Burghartz und mit dem im Finale nicht gestarteten Michael Giesen ein stets prächtig aufgelegtes „Trio vom Neusser Motorsport-Club 1928 e.V.“ bildet.

Seinen zweiten Sieg in der noch sehr jungen HC10 West erzielte Michael Stein, auch wenn er im Finale kurz vor Halbzeit seinen Mugen MTX3 mit Novarossi-Standard-Motor abstellen musste. In den Vorläufen hatte er noch Sebastian Barlak mit seinem neuen MTX5 mit Sonic-Standard-Motor den Vortritt lassen müssen, doch Barlak verzichtete auf den Endlauf.

Während Stein in der Punktewertung der HC10 West vor Barlak liegt, führen in der GP-Race im Kyosho-World-Cup (KWC) West Schumann mit 655 Zählern vor Vogel (615) und Holger Wittek (545) sowie in der GP-Sport Guido Burghartz mit 560 Punkten vor Giesen (541) und de Keyser (522) an. Bisher haben 19 KWC-Piloten gepunktet.

Ausblick: Vorfreude auf NWM #4 in Velp, Entscheidung in Hamm

Das Freundschaftsrennen VG8 wurde ein Opfer des Regens. Keiner, weder die vier niederländischen Fahrer noch die sechs Deutschen wollten auf nassem Geläuf ihr Material einsetzen.

Auch wenn den 44 Teilnehmern das Wetter am Sonntag doch ziemlich einen Strich durch die Rechnung machte, so konnte dies der guten Stimmung keinen Abbruch tun. Ob im Fahrerlager oder in der EVMC-Cafeteria, es wurde reichlich gefachsimpelt und viel gelacht. „Es war trotz des Wetters ein gutes Wochenende in Velp“, waren sich Heinz Kroezemann (MAC Walsum) und Gerd Westphal (EVMC Velp) einig. Für die Teilnehmer, die am Samstag auf diesem gelungenen Kurs beherzt Gas gegeben haben, war der Trainingstag auf keinen Fall verloren, schließlich wird am 29./30. September in Velp der vierte Lauf zum Nitro-West-Masters ausgetragen.

Für die Fahrer der VG10 sowie aus der KWC/HC10-Klasse steht als nächstes Rennen der vierte und letzte Saisonlauf auf dem Programm, der am 28./29. Juli vom amc Hamm ausgerichtet wird.

Links: Fotos (78) | Ergebnisse (pdf/34 Seiten) | Ranglisten

Nächster Event

Nitro-West-Masters #3
@ Genk (BEL)

Sa/So, 08./09. August

Ausschreibung
Infos zur Nennung 
Schutz gegen Corona
Kontaktformular 
Nennung 
Teilnehmer 
myRCM.nitro-west.de 
MRG Genk 

VG West Family Fund

Link zur Spenden-Anktion

Stand 03.06.2020: 

2.350,00 €

Nächste Termine