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ENS #1: Uwe Rheinard lockt 125 Starter nach Melzo

Die Nitro-Racing-Gemeinde, zumindest die europäische, blickt an diesem Wochenende mit großem Interesse nach Italien: Auf der RC-Rennstrecke von Melzo vor den Toren Mailands steht von Freitag bis Sonntag der erste von vier Läufen zur ENS auf dem Programm. ENS, das steht seit dem vergangenen Jahr für „Euro Nitro Series“ und ist damit das Verbrenner-Glattbahn-Pendant zur ETS (Euro Touring Series) und zur EOS (Euro Offroad Series), den RC-Car-Rennserien der „Uwe Rheinhard & Scotty Ernst GbR“.

Nach den beiden Pilotrennen im vergangenen Jahr in Hockenheim und in Kirchberg/Österreich geht die ENS in ihre erste komplette Saison. 125 Nennungen liegen für den ENS-Auftakt in Norditalien vor. Das Starterfeld ist dabei nahezu zur Hälfte geteilt: 64 starten in der VG8, 61 in der VG10. Zum Vergleich: Ein Wochenende zuvor beim offiziellen Grand Prix des europäischen Dachverbandes EFRA waren gerade einmal 25 Teilnehmer am Start, 22 in der VG8 und ganze drei in der VG10. Dabei fand der EFRA GP keineswegs irgendwo im entferntesten Winkel Europas statt, sondern gerade einmal gut drei Autostunden südwestlich von Melzo in La Turbie oberhalb von Monaco.

Dass die ENS die schon seit Jahren schwächelnden GP´s und – ähnlich wie bei ETS und EOS – auch den Europameisterschaften – zur B-EM VG10 der EFRA wollten ursprünglich gerade einmal zwei Dutzend Fahrer – den Rang ablaufen und die EFRA damit ein Stück mehr in die Bedeutungslosigkeit zwängt, wird damit schon zum Auftakt klar.

Uwe Rheinhard, Macher und Frohnatur vom linken Mittelrhein (Andernach), ist sich durchaus bewusst, dass „die Erwartungshaltung sehr hoch ist, weil ETS und EOS so gut laufen.“ Wie bei ETS und ENS kann sich der Vater des dreimaligen Elektro-Tourenwagen-Weltmeisters Marc sicher sein, dass die Industrie die ENS unterstützt. „Die Industrie will eine Serie wie die ENS und schickt daher auch ihre besten Fahrer an den Start.“

Die Philosophie von Tausendsassa Uwe Rheinard und US-Plaudertasche Scotty Ernst ist unverändert: „Der Spaß soll im Vordergrund stehen. Wir wollen, dass wie bei ETS und EOS ein familiärer Charakter entsteht und sich europaweit neue Freundschaften entwickeln.“ Und das nicht nur bei einer EM, sondern vier Mal, in den kommenden Jahren vielleicht sogar häufiger.

„Eigentlich hatte ich sogar mehr Italiener am Start erwartet“, äußert Uwe Rheinard im Gespräch mit nitro-west.de. „125 Teilnehmern können wir handeln, mehr als 150 Teilnehmer sind an einem ENS-Wochenende wohl kaum möglich.“ Auch wenn in Melzo bereits am Donnerstag trainiert werden durfte, so ist es ein Drei-Tage-Event, von Freitag bis Sonntag. Am Freitag werden in Melzo, gerade einmal 20 Kilometer östlich vom Zentrum Mailands gelegen, vier Trainingsläufe über je sieben Minuten und ein Vorlauf über vier Minuten gefahren. Am Samstag stehen weitere drei Qualifyings sowie die ersten Finalläufe auf dem Programm.

Mit einem Schmunzeln meint Uwe R. über den Unterschied zwischen Elektro und Verbrenner: „In der ENS müssen wir keine Ladezeiten berücksichtigen.“ Der Modus bleibt aber ähnlich wie im ETS: Die Vorlauf-Rangliste wird nach Punkten erstellt, anschließend erfolgt die Einteilung in A/B/C-Finals. Die einzige Besonderheit: Die zwei Schnellsten aus den B- bis Z-Finalen qualifizieren sich für das A-Finale, das also mit insgesamt zwölf Startern ausgetragen wird. Die B-Z-Finals werden jeweils zweimal über je 16 Minuten ausgetragen, die A-Finals VG8/VG10 je einmal über 45 Minuten. Immerhin, so kommt jeder auf eine Fahrzeit von 1.16 Stunden.

Wie schon bei den beiden Pilotrennen im Vorjahr gehören Einheitsreifen zum festen Bestandteil des Reglements. „Ohne Einheitsreifen hätte ich die ENS nie ins Leben gerufen“, stellt Uwe Rheinard unmissverständlich fest. Bestrebungen, bei der ENS eine Auswahl an Reifenmarken zuzulassen, hat er eine klare Absage erteilt. Bei den vier ENS-Rennen 2014 kommt jeweils ein anderer Lieferant – jeweils einheitlich für beide Klassen – zum Zuge. In Melzo ist es Matrix, was wenig verwundert, denn das „Mini Racing Ayrton Senna“ ist die Hausstrecke von Matrix und seinem Boss Christian Boni. Anders als bei den EM´s der EFRA und nun auch bei den DM´s des DMC dürfen bei der ENS unverändert gebrauchte Reifen wieder verwendet werden. „So oft jeder will“, so Uwe Rheinard. Übrigens: Maximal sind zehn Satz erlaubt. Für Melzo haben die Teilnehmer zwischen fünf und zehn Satz vorbestellt.

Wie auch bei ETS und EOS üblich, können alle Interessierten die Ergebnisse im Livestream auf myRCM verfolgen, desweiteren liefert RedRC Berichte und auch Videos – all das ein Muss bei den Rheinard&Ernst-Rennserien und letztlich elementar für wachsende Popularität sowie die zunehmende Unterstützung durch die Industrie, die somit einen Gegenwert für ihr Investment zum Beispiel in Werks-/Team-Fahrer erhält. Übrigens: Wenn technisch alles klappt, zündet Uwe Rheinard die nächste Service-Stufe bereits in Melzo …

Regelrecht erleichtert waren Uwe Rheinard und Serien-Zeitnehmer Hartmut Wenzel während der Anreise am Mittwoch, dass sich die Wetterprognose deutlich gebessert hat. Von 17 Grad am Freitag klettert das Thermometer auf 22 Grad am Samstag und 23 am Sonntag, bei einer Regenwahrscheinlichkeit, die am Freitag noch bei 45 Prozent liegt, am Samstag und Sonntag jedoch gegen Null strebt.

Immerhin 21 Deutsche sind für Melzo gemeldet. Aus dem Westen sind Michael Salven (Serpent) in der VG8 sowie René Püpke (Shepherd), Thilo Tödtmann (Xray) und Sures Velauthapillai (Xray) in der VG10 mit von der Partie. Zu den deutschen Assen zählen unter anderen Robert Pietsch (Mugen) und Oliver Mack (Shepherd) in der VG8 sowie Dirk Wischnewski (Shepherd), Patrick Schäfer (Shepherd), Eric Dankel (Capricorn) und Dominik Greiner (Serpent) in der VG10. Die Deutschen treffen beim ENS #1 auf internationale Top-Stars der Nitro-Szene, darunter der neunmalige Weltmeister Lamberto Collari (Italien), Ex-Weltmeister Adrien Bertin (Frankreich) und Alberto Picco (Italien) in der VG8 oder Dario Balestri (Italien) und Mark Green (England) in der VG10 oder Teemu Leino (Finnland), der wie Francesco Tironi (Italien) gleich in beiden Klassen startet.

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