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EM (A) VG8 @ Kirchberg/A: Balestri Europameister, Pietsch Dritter

Der neue Europameister (A) VG8 heißt Dario Balestri. Der Italiener hat damit in Kirchberg an der Raab in der Steiermark die Nachfolge des Niederländers Jilles Groskamp angetreten, der vor einem Jahr im englischen Halifax den Titel gewonnen hatte. In einem spannenden Finale über 45 Minuten setzte sich Capricon/XRD-Pilot Balestri gegen den englischen Serpent/Novarossi-Piloten Mark Green durch. Mit Platz drei komplettierte Mugen/Picco-Pilot Robert Pietsch das Podium. Der Vorlaufschnellste vom MRT Rosenheim war damit auch der beste von zehn Deutschen bei dieser EM. Zweitbester Deutscher war Tobias Hepp vom RMC Düren, der mit seinem Mugen/Sonic nur knapp das Finale verpasste und einen glänzenden zwölften Gesamtrang belegte.

Bereits um 12.45 Uhr - und nicht wie geplant um 14.00 Uhr - wurde das Finale gestartet, um etwaigem Regen aus dem Weg zu gehen. Auf dem Kurs südöstlich von Graz entwickelte sich ein spannender Wettstreit um die europäische Krone in der Königsklasse. Für Kyle Branson kam das Aus bereits nach zehn Minuten, und Daniele Ielasi war ab der 33. Minute nur noch Zuschauer. Auch für Mitfavorit Simon Kurzbuch war der Traum vom Titel ausgeträumt, als er durch ein Motorproblem zwei Runden verlor. Mit jeweils einem kleinen Fahrfehler brachten sich Robert Pietsch und auch Lamberto Collari um ihre Chancen. "Das war ein super Finale, wie ich es nur ganz selten gesehen habe", berichtete Bertram Kessler. "Am Ende lagen praktisch sieben Fahrer in einer Runde, das war total eng und spannend bis zum Schluss. Letztlich hat Dario Balestri verdient gewonnen, er hat keinen Fehler gemacht. Mark Green hat eine super Leistung gezeigt. Als Zehnter gestartet, hatte man ihn wohl am wenigsten auf Platz zwei erwartet." Während Balestri und Green bei derr Siegerehrung jubelten, war Pietsch die Enttäuschung anzusehen.

Die Finalergebnis:

01. Dario Balestri (IT), Capricorn/XRD, 159 Rd.
02. Mark Green (GB), Serpent/Novarossi, 158
03. Robert Pietsch (DE), Mugen/Picco, 158
04. Alberto Picco (IT), Mugen/Picco, 158
05. Lamberto Collari (IT), Mugen/OS, 158
06. Alessio Mazzeo (IT), Serpent/MAX, 158
07. Francesco Tironi (IT), Shepherd/Novarossi, 158
08. Simon Kurzbuch (CH), Shepherd/Novarossi, 156
09. Daniele Ielasi (IT), BMT/RB, 107
10. Kyle Branson (GB), Capricorn/XRD, 31

Statistik: Sechs Italiener waren im Finale, die damit wieder ihre VG8-Dominanz unterstrichen, darüberhinaus zwei Engländer und je ein Deutscher und Schweizer. Mugen war mit drei Autos im Finale vertreten, Serpent, Shepherd und Capricorn mit je zwei, BMT mit einem. Von Novarossi-Triebwerken wurden drei Autos angetrieben, je zwei von Picco und XRD sowie je eines von OS, RB und MAX.

Diese Europameisterschaft war eindeutig eine Werbung für den Rennsport in der Königsklasse VG8. Vom ersten Training bis zum Finale war das Niveau ausgesprochen hoch und die Ausgeglichenheit enorm, was nicht zuletzt auch den seit dem Vorjahr verwendeten Einheitsreifen - bei dieser EM von Matrix - zuzuschreiben ist. Mit 74 Teilnehmen war die EM gut besetzt, doch während die Qualität top war - alle Spitzenpiloten waren am Start - könnte die Quantität durchaus etwas besser sein. Die Strecke in Kirchberg und die Organisation des MORAC Graz sorgten inklusiv dem über weite Strecken sehr gutem Wetter für ideale Rahmenbedingungen, zudem bewiesen EFRA und Ausrichter mit Änderungen des Zeitplans eine beachtliche Flexibilität.

Der Finaltag dieser EM begann um neun Uhr mit dem Viertelfinale B. Michael Salven schaffte als Dritter den Aufstieg ins Halbfinale, den Philipp Sting als guter Fünfter verpasste. Der souveräne Sieg im Viertelfinale A ging an Tobias Hepp, und auch Toni Gruber qualifizierte sich mit Rang drei für das Halbfinale, während für Daniel Sieber nach Platz sechs Feierabend war.

Schon um zehn Uhr ging es mit den Halbfinals weiter. Michael Salven wurde von Motorproblemen eingebremst und belegte im Halbfinale B letztlich Rang neun mit vier Runden Rückstand auf Sieger Simon Kurzbuch, der sich damit wie auch Kyle Branson, Alberto Picco und Franceso Tironi für den Endlauf qualifizierte. Im Halbfinale A ging es bis zur Zielflagge nach 20 Minuten hoch her und vor allem sehr eng zu, dann lagen immer noch sieben Fahrer - von Platz drei bis Platz neun - in der gleichen Runde. Mit 71 Runden siegte Robert Pietsch vor Dario Balestri, desweiteren stiegen Alessio Mazzeo, Lamberto Collari, Daniele Ielasi und auch Mark Green auf. Green war als Sechster eine halbe Sekunde schneller als Bertin, dem Fünftplazierten aus dem Halbfinale B. Tobias Hepp, der einmal mehr die Boxengasse zum Tanken ansteuerte, konnte diesen Nachteil nicht ganz aufholen und belegte mit gut vier Sekunden Rückstand auf Green den siebten Rang. Bemerkenswert: Mit 16,333 Sekunden drehte Tobias Hepp die schnellste Runde in diesem Halbfinale.

Die Platzierungen der Deutschen im Endklassement:

03. Robert Pietsch, Mugen/Picco
12. Tobias Hepp, Mugen/Sonic
18. Michael Salven, Serpent/Picco
19. Toni Gruber, Serpent/Novarossi
24. Daniel Sieber, Shepherd/Sonic
25. Philipp Sting, Serpent/Picco
36. Maximilian Vogl, Shepherd/Sonic
55. Thorsten Müller, Xray/Orcan
72. Marcel Tietz, Mugen/Novarossi
73. Dominik Schrumpf, Serpent/Picco

Stimmen der Deutschen:

  • Tobias Hepp: "Das Auto war im Viertel- und im Halbfinale ziemlich gut, doch ich musste jeweils einmal mehr tanken. Im Viertelfinale konnte ich immer wieder ein kleines Polster herausfahren, das schließlich gereicht hat, um das Viertelfinale zu gewinnen. Im Halbfinale hat am Ende genau die Zeit für den zusätzlichen Tankstopp gefehlt, um ins Finale aufzusteigen. Das war schade, und deshalb bin ich auch ein bisschen enttäuscht. In meinem Halbfinale bin ich die schnellste Runde gefahren, auch das zeigt ja, dass das Potenzial da war. Unterm Strich bin ich mit meiner Leistung bei dieser EM insgesamt sehr zufrieden."
  • Michael Salven: "Persönlcih bin ich etwas enttäuscht, denn ich hatte ein kleines Motorproblem im Halbfinale. Aber ich freue ich für meine Jungs, die gleichen wie bei der 1:10-EM im Vorjahr, Alessio Mazzeo und Mark Green, die es ins Finale geschafft haben."
  • Toni Gruber: "Von Platz zehn bin ich ins Halbfinale gestartet. Leider habe ich nach einem verunglückten Tankstopp eine Stop'n'Go-Strafe bekommen, dann ist der Motor bei den letzten beiden Tankstopps aus gegangen - das war´s dann für mich."
  • Daniel Sieber: "Ein vorderer Reifen war los, daher hat das Auto zu sehr geschoben. Die Leistung war auch nicht so gut, aber konstant war es."

 Noch ein Blick auf die Platzierungen der anderen Piloten, die regelmäßig im Westen am Start sind:

34. Robin D'hondt (BE), Motonica/Picco
41. Alain Levy (FR), Shepherd/IDM
51. Alexey Yaramishyan (BE), Capricorn/OS
57. John Lenaers (BE), Mugen/Picco
59. Emil Kostadinov (BG), Mugen/Reds

nitro-west.de dankt Tobias Hepp für die exzellente Unterstützung während dieser EM und die Übermittlung von Informationen und Fotos.

Links: EM (A) VG8 @ myRCM | MORAC Graz

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Sa/So, 01./02. Oktober 2022

Ausschreibung
Nennung 
Teilnehmer 
myRCM.nitro-west.de 
EVMC Velp